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Rezensionen

Der Mut der kleinen Leute.

Eine kurzweilige und zugleich tiefgründige Erzählung über Verantwortung und Zusammenhalt, darüber, nicht wegzusehen. Sprachgewaltig in minimalster Form.

Das Abenteuer eines kleinen Mannes.

Ein zeitloser Klassiker der Fantasy-Literatur. Gefüllt mit Spannung und Hingabe. Als Kinderbuch geboren, zum Meilenstein gewachsen. Ein Werk, das in keinem Bücherregal fehlen darf.

Keine Hoffnung in der Nacht.

Ein wütendes und tragisches Debüt einer jungen schwarzen Autorin. Gefüllt mit Emotionen und sprachlichem Geschick. Ein Schrei gegen die Taubheit einer wegblickenden Gesellschaft.

Die Kunst des Erinnerns.

Eine Hommage an all die großen und kleinen Held:innen, die versuchten in den Schatten des Zweiten Weltkriegs ihre Menschlichkeit zu behalten, Leben und Kunst zu retten. Ein Werk wie ein Gemälde, verwoben und klar.

Ein Faustschlag ins Gesicht des Lebens.

Ein wütendes und ehrliches Debüt über Rassismus, Ausgrenzung und die Schwierigkeiten des Lebens als schwarze Frau in einer weißen Gesellschaft. Ein Buch, das Augen öffnet und den eigenen Blickwinkel weitet.

Ein Leben im Zerfall.

Ein zeitloser Klassiker der deutschsprachigen Literatur. Roths Geschichte über Verlust und Zerfall ist eindringlich und gefüllt mit Gefühlen. Ein Werk, das in keinem Bücherregal fehlen darf.

Die Sehnsucht nach den Welten.

Einer der großen literarischen Klassiker der jiddischen Belletristik. Neu übersetzt mit altem Charme, dabei allerdings deutlich gealtert. Ein Werk, dessen Wert vor allem in seiner historischen Entstehung liegt.

Die Wunden vieler Völker.

Die Kämpfe der indigenen Bevölkerung dauerten länger an als allgemein geahnt. Louise Erdrich schreibt über eine sehr persönliche Geschichte ihrer eigenen Familie, die für ihre Freiheiten und für ihr Leben kämpfte. Packend ab der ersten Seite und absolut empfehlenswert.

Die langen Schatten der Vergangenheit.

Die eigene Biografie ist durchzogen von Rissen und Leerstellen, ihre Familie verstreut. Doch Victoria Belim macht sich auf eine beeindruckende und emotionale Reise in ihre Heimat, in ihre Vergangenheit. Sprachlich und inhaltlich große Kunst.

Raue Nächte, finstere Tage.

Im Westen etwas Neues? Dieses Werk hat viele Parallelen zu Erich Maria Remarques literarischem Meisterwerk, steht gleichzeitig aber zu Unrecht in dessen Schatten. Eine Liebeserklärung an einen Anti-Kriegs-Roman mit neuem Schwerpunkt.

Ein Jahrhundertwerk.

Eine Textsammlung an Werken des großen sowjetischen Schriftstellers. Eine dramatische und ausführliche Mischung aus Dramen, Drehbüchern, Tagebucheinträgen und anderen Texten. Spannend und schwerwiegend zugleich.

Der Zerfall der Freundschaft, der Zerfall der Welt.

Wenn die Heimat zerfällt und die Freundschaft sich auflöst, was bleibt einem noch, woran hält man sich fest? Yelena Moskovich schreibt über das Gefühl von Verlust und Einsamkeit mit poetischem Minimalismus.

Die Verschriftlichung des Gesprochenen.

Die ersten Schritte einer gesprochenen Sprache hin zu einer Sprache literarischer Höhen. Susanne Klingenstein zeigt den langen und steinigen Weg des Jiddischen, bevor es zu der Sprache werden konnte, die es heute meist ist: Eine Sprache der Schrift. Fundiert und Lesenswert.

Die Schriftstellerin, die nie eine sein durfte.

Eine durchweg grandiose grafische Version des Tagesbuchs der Anne Frank, eines der erfolgreichsten Bücher der Weltgeschichte. Neu inszeniert durch Ari Folman und David Polonsky, ins Deutsche Übersetzt von Mirjam Pressler, Ulrike Wasel und Klaus Timmermann.

Die Anatomie einer Erschütterung.

Schröders Graphic Novel rund um das Attentat des 20. Juli 1944 auf Hitler ist ein grafisch gelungenes Werk, das allerdings kritisch gelesen werden muss und ein ausführlicheres Vor- oder Nachwort hätte vertragen können. Als Einstieg in das Thema dennoch empfehlenswert.

Der Niedergang eines Königreichs im Schatten.

Mit »Das Schwarze Königreich« schuf Szczepan Twardoch einen grandiosen und ebenbürtigen Abschluss Jakub Shapiros, dessen Figur bereits aus »Der Boxer« bekannt ist. Historisch unfassbar spannend und sprachlich ein Meisterwerk. Olaf Kühl leistete als Übersetzer großartige Arbeit.

Unwürdige Gerechte und ehrliche Lügner.

Die schmale Graphic Novel »The Witcher – Klagelied der Hexe« von Bartosz Sztybor und Vanesa R. Del Rey in der Übersetzung von Joachim Körber ist ein kurzlebiges Vergnügen für Fans des mürrischen Hexers Geralt von Riva. Eine Handlung ohne Tiefgang, dafür aber grandios bebildert.

Zu wenig für die Welt, zu viel für sich selbst.

Mit »Homesick for Another World« schrieb Ottessa Moshfegh eine Sammlung ungemütlicher und bedrückender Kurzgeschichten, die jede für sich aber nicht mit den Erwartungen mithalten kann.

Die Dynastie der Drachen und Könige.

Rezension zu George R.R. Martins »Targaryen – Der Aufstieg des Drachen« aus dem Penhaligon Verlag. Knappe anderthalb Jahrhunderte fiktiver Geschichte um die große Dynastie aus »Game of Thrones« und »House of the Dragon«, erzählt in einer Mischung aus Lexikon und Bildband. Ein Buch, geschmiedet aus Spannung und Schönheit.

Poesie als Abschied.

Rezension zu Zsuzsa Bánks »Sterben im Sommer« aus dem Fischer Verlag. Eine poetische Abschiednahme, gegossen in die Form eines Romanes. Bewegend und sprachlich grandios.

Die Objekte der Ungerechtigkeit.

Rezension zu Götz Alys »Das Prachtboot« aus der Bundeszentrale für politische Bildung. Ein wichtiges Sachbuch über die kolonialistische und verbrecherische Herkunft vieler musealer Ausstellungsstücke, im Speziellen des Luf-Bootes.

Die Freundschaften der Umstände.

Rezension zu John Steinbecks »Of Mice and Men« aus dem Penguin Verlag. Ein im Umfang kleiner doch im Wort großer Klassiker der US-amerikanischen Literatur über Freundschaft und deren Hindernisse.

Die Last der Fremde.

Rezension zu Jenny Tinghui Zhangs »Fünf Leben« aus dem Ecco Verlag. Ein großartiges literarisches Debüt über eine vergessene chinesisch-amerikanische Geschichte, gefüllt mir Tragik und sprachlicher Poesie.

Das Leben nach dem Überleben.

Rezension zu Friedrich Dönhoffs »Ein gutes Leben ist die beste Antwort« aus dem Diogenes Verlag. Eine Mischung aus Reisebericht und persönlicher Geschichte eines Überlebenden von Auschwitz.

Die Geister, die niemand rief.

Rezension zu Fatma Aydemirs »Dschinns« aus dem Hanser Verlag. Ein viel gelobter Roman über Familie und Herkunft, über Zwiespälte und der Suche nach dem eigenen Platz.

Der Beginn der Trennung.

Rezension zu Przemek Zybowskis »Das pinke Hochzeitsbuch« aus dem Luchterhand Verlag. Ein Roman über die Flucht Richtung Westen in Zeiten des Kalten Krieges und das alleingelassen werden in Angst.

Zwischen Männlichkeit und Hass.

Rezension zu Susanne Kaisers »Politische Männlichkeit« aus der Bundeszentrale für politische Bildung. Ein wichtiges und gutes Sachbuch, dem allerdings in den entscheidenden Momenten das Feingefühl fehlt.

Das Monster zwischen den Zeilen.

Rezension zu Claire Oshetskys »Chouette« aus dem Virago Verlag. Ein in jeder Hinsicht besonderer und unvergleichbarer Roman über die Schattenseiten und Kämpfe einer Mutterschaft.

Mitgegangen, mitgefangen.

Rezension zu Ingrid Nolls »Halali« aus dem Diogenes Verlag. Ein spannender Kriminalroman über Freundschaft und Liebe mit der Bundesrepublik der 1950er Jahre als Schauplatz.

Kein Platz für ’später‘.

Rezension zu Stephen Kings »Später« aus dem Heyne Verlag. Ein angebliches Horrorbuch, das trotz seiner Stärken eher ein semi-spannender Kriminalroman bleibt.

Der Platz, der nie der richtige war.

Rezension zu Jeanette Wintersons »Oranges are not the only fruit« aus dem Random House Verlag. Ein bedrückender autobiografischer Roman über das Aufwachsen in einer Gemeinde, die nie Teil von einem wird.

Das Gefängnis der Angst.

Rezension zu Simone Lapperts »Wurfschatten« aus dem Diogenes Verlag. Ein bedrückender Roman über Angst & Trauer, ein passendes Buch für dunkle Herbsttage.

Die Tragik-Komik der Geschichte.

Rezension zu Isaac Bashevis Singers »Das Visum« aus dem dtv Verlag. Ein spannender Roman des Meisters der jiddischen Alltagsliteratur.

Perspektiven verstehen.

Rezension zu Noa Tishbys »Israel« aus dem Gütersloher Verlagshaus. Eine israelische Perspektive auf ein vielfach missverstandenes Land.

Unterschiedliche Kämpfe, gleiche Ziele.

Rezension zu Meron Mendels, Saba-Nur Cheemas & Sina Arnolds (Herausgeber:innen) »Frenemies« aus dem Verbrecher Verlag. Eine wichtige und kritische Bündelung lang bestehender Debatten rund um Rassismus und Antisemitismus.

Das verdrängte Geschlecht.

Rezension zu Virginia Woolfs »A Room Of One’s Own« aus dem Penguin Verlag. Ein fast hundertjähriger Essay-Klassiker der feministischen Literatur.

Poetisches Nichtssagen.

Rezension zu Valerie Fritschs »Herzklappen von Johnson & Johnson« aus dem Suhrkamp Verlag. Eine poetische Auseinandersetzung mit Vergangenheit & Gegenwart.

Ein Teil von ihr.

Rezension zu Nadire Biskins »Ein Spiegel für mein Gegenüber« aus dem dtv Verlag. Ein spannender Roman über Integration und über das Dazugehören-Wollen & -Müssen.

Die Wut, die bleibt.

Rezension zu Édouard Louis »Wer hat meinen Vater umgebracht« aus dem S. Fischer Verlag. Ein Abrechnung voll Wut und Trauer über das Leben in Armut und den Verlust des eigenen Vaters.

Zerstörte Gebiete und ausgebrannte Seelen.

Rezension zu Daniel Kehlmanns »Tyll« aus dem Rowohlt Verlag. Ein epochaler Roman über eine tragisch-komische Figur der Geschichte und das Überleben in dunklen Tagen.

Von Prophezeiungen und Märchenprinzen.

Rezension zu Stephen Kings »Fairy Tale« aus dem Heyne Verlag. Ein großartiges modernes Märchen, das gleichzeitig so viel mehr als nur das ist.

Die Grenzen zwischen Realität und Fiktion.

Rezension zu Benjamin Heisenbergs »Lukusch« aus dem C.H. Beck Verlag. Ein experimenteller Roman über das, was nicht vergessen werden kann und das, was vermeintlich hinter einem liegt.

Das Fehlen, das bleibt.

Rezension zu Emeli Bergmans »Die andere Seite des Tages« aus dem Ecco Verlag. Ein Debütroman über das Gewicht eines Verlustes und darüber, seitdem keine Heimat finden zu können.

Plattenbaudramatik.

Rezension zu Paul Bokowskis »Schlesenburg« aus dem btb Verlag. Ein Roman über das Aufwachsen in einer polnischen Plattenbausiedlung – mitten in einer mitteldeutschen Stadt der 1980er Jahre.

Der Vorspann der Vernichtung.

Rezension zu Jeffrey Veidlingers »Mitten im zivilisierten Europa« aus dem C.H. Beck Verlag. Ein beeindruckendes Werk über die Vorgeschichte der Shoah, und darüber, wie die entmenschlichende antisemitische Gewalt in Europa erneut Fuß fassen konnte.

Die trügerische Spannung der Einsamkeit.

Rezension zu Hernan Diaz »In der Ferne« aus dem Hanser Verlag. Ein Abenteuerroman über das Überleben in Einsamkeit und die Suche nach einer eigenen Heimat.

Das Wanken der eigenen Welt.

Rezension zu Goldie Goldblooms »Eine ganze Welt« aus dem Hoffmann und Campe Verlag. Ein einfühlsamer Roman über kleine und große emanzipatorische Kämpfe einer schwangeren Großmutter in einer chassidischen Gemeinde.

Die Farbe Weiß.

Rezension zu David Baddiels »Und die Juden?« aus dem Hanser Verlag. Ein wichtiges Sachbuch über das Vergessen und Verdrängen von Antisemitismus in progressiven Kreisen.

Perspektivwechsel ins Ungewohnte.

Rezension zu Ian McEwans »Nussschale« aus dem Diogenes Verlag. Eine nahezu poetische Mischung aus politischer Meinungsäußerung, Kriminalroman und embryonaler Erzählperspektive

Das Auseinanderbrechen der Jugend.

Rezension zu Lena Goreliks »Mehr Schwarz als Lila« aus dem Rowohlt Verlag. Ein tiefgründig poetischer Jugendroman über denn Zusammenbruch sozialer Beziehungen.

Kein Schlussstrich, niemals!

Rezension zu Pascal Bressons und Sylvain Doranges »Beate & Serge Klarsfeld« aus dem Carlsen Verlag. Eine Graphic Novel über das politische Leben der beiden »Nazijäger:innen« Beate & Serge Klarsfeld.

Die Geschichte eines Imperiums.

Rezension zu Susanne Schattenbergs »Geschichte der Sowjetunion« aus dem C.H. Beck Verlag. Ein kurze Einführung in die Geschichte eines einstigen Imperiums.

Gescheitert, aber nicht zersprungen.

Rezension zu Elizabeth Strouts »Oh William!« aus dem Luchterhand Verlag. Ein beruhigend schöner Roman über die ewig währende Liebe und das ganz und gar Alltägliche.

Das verdrängte Leid.

Rezension zu Sabine Bodes »Die vergessene Generation« aus dem Klett-Cotta Verlag. Ein wichtiges, aber kritisch zu lesendes Buch über die Folgen des Zweiten Weltkrieges für Kinder und Kindeskinder.

Der Atlas zu fiktiven Welten.

Kurzrezension zu George R.R. Martins »Westeros« aus dem Penhaligon Verlag. Ein beeindruckendes Buch über die fiktive Welt der berühmten »A Song of Ice and Fire« Reihe.

Die verdrängten Geschichten.

Rezension zu Sue Monk Kidds »Das Buch Ana« aus dem btb Verlag. Ein durchwachsener Roman über das Leben einer fiktiven Ehefrau Jesu.

Von der Idee zu Tat.

Rezension zu Peter Longerichs »Antisemitismus« aus dem Siedler Verlag als Lizenzausgabe der Bundeszentrale für politische Bildung. Ein detailliertes Sachbuch über die Entstehung und Weiterentwicklung des modernen Antisemitismus als deutsches Phänomen.

Aufwachsen zwischen Missbrauch und Mangel.

Rezension zu Jeannette Walls »Schloss aus Glas« aus dem Hoffmann und Campe Verlag. Ein bedrückend großartiger Roman über eine Kindheit zwischen Armut und Missbrauch, zwischen Familie und Einsamkeit.

Das unbegreifliche Zuhause.

Rezension zu Katharina Höftmanns »Guten Morgen, Tel Aviv!« aus dem Heyne Verlag. Ein humoristisches und spannendes Buch über die kleinen und großen Probleme des Ankommens einer Deutschen in Israel.

Als die Gewalt in die Stadt einzog.

Rezension zu Négar Djavadis »Die Arena« aus dem C.H. Beck Verlag. Ein packender Gesellschaftsroman über die gesellschaftliche Spaltung Frankreichs.

Über Abenteuer, Piraten und einen großen Schatz.

Kurzrezension zu Robert Louis Stevenson »Die Schatzinsel« aus dem Reclam Verlag. Ein wahrer Klassiker der Abenteuerliteratur, gefüllt mit unehrlichen Piraten, aufrechten Seeleuten und einem großen Schatz.

Die ersten Kinder eines neuen Staates.

Rezension zu Tom Segevs »Die ersten Israelis« aus dem Pantheon Verlag. Ein historisch wichtiges und großartig recherchiertes Sachbuch über die ersten Jahre des jüdischen Staates.

Der Kampf ums Überleben.

Rezension zu Jack Londons »Der Ruf der Wildnis« aus dem Reclam Verlag. Ein kurzer und zeitloser Klassiker über die Kämpfe eines Hundes in der Kälte Alaskas zur Zeit des Goldrausches.

Über die Schuld (k)ein Vater zu sein

Rezension zu Jan Weilers »Der Markisenmann« aus dem Heyne Verlag. Ein herzergreifender und humoristischer Roman über das Zueinanderfinden von Tochter und Vater.

Heranwachsen im Niedergang.

Rezension zu Kristina Gorcheva-Newberrys »Das Leben vor uns« aus dem C.H. Beck Verlag. Ein berührender, erschütternder und schlicht grandioser Roman über das Heranwachsen in den letzten Jahren der Sowjetunion.

Die Unmöglichkeit des Vergessens.

Rezension zu Eva Menasses »Dunkelblum« aus dem Kiepenheuer und Witsch Verlag. Ein historischer und wichtiger Roman über das Schweigen und Verdrängen der eigenen Mittäterschaft während der nationalsozialistischen Besatzung Österreichs.

Die erdrückende Kraft eines guten Lebens.

Rezension zu Leïla Slimanis »All das zu verlieren« aus dem Luchterhand Verlag. Ein psychologisch kluger Roman über die Sucht nach fremder Nähe und Liebe die keine ist.

Über das Verschwimmen von Schuld und Unschuld.

Rezension zu Julia May Jonas »Vladimir« aus dem Blessing Verlag. Ein politischer Roman über die Rolle von Schuld und Unschuld, eingehüllt in aktuelle Diskussionen.

Der lange Weg der eigenen Unabhängigkeit.

Rezension zu Bianca Nawraths »Wenn ich dir jetzt recht gebe, liegen wir beide falsch« aus dem Ecco Verlag. Ein Roman, gefüllt mit Emotionen und Feingefühl über die eigene Autonomie und das Finden des eigenen Platzes.

Langatmige Geschichten und fade Charaktere.

Kurzrezension zu Svenja Leibers »Das letzte Land« aus dem Suhrkamp Verlag. Ein Roman über die Schwere des Lebens auf dem Land, eingebettet in historische Erzählungen.

Zwischen Liebe und Rassismus.

Rezension zu Bianca Nawraths »Iss das jetzt, wenn du mich liebst« aus dem Ecco Verlag. Ein humorvoller Roman über die Schwierigkeiten der Akzeptanz multikultureller Paare in den eigenen Familien.

Wem steht Trauer zu?

Rezension zu Sarah Kuttners »Kurt« aus dem S. Fischer Verlag. Ein gefühlvoller Roman über die Suche nach einem Platz für die eigene Trauer.

Der Verlust der eigenen Geschichte.

Rezension zu Kate Reed Pettys »True Story« aus dem Ecco Verlag. Ein spannender Roman über die Rückgewinnung der eigenen Biografie, über das Ankämpfen gegen fremde Narrative.

Dazwischen sein, nie dazugehören.

Rezension zu Katja Kettus »Die Unbezwingbare« aus dem Ecco Verlag. Ein ungewöhnlicher Roman über die Verknüpfungen der Geschichten von finnischen und indigenen Paaren in Nordamerika.

Das Ende einer Familiensaga.

Rezension zu Rafael Seligmanns »Rafi, Judenbub« aus dem Langen Müller Verlag. Der dritte Teil einer fesselnden jüdischen Familiensaga zwischen Deutschland und Israel.

Die Individualität einer Welt des Mordens.

Rezension zu David Roussets »Das KZ-Universum« aus dem Suhrkamp Verlag. Ein eindringlicher Augenzeugenbericht über das System hinter den nationalsozialistischen Lagern.

Die Leere des Waldes und der Herzen.

Rezension zu Jocelyne Sauciers »Ein Leben mehr« aus dem Insel Verlag. Ein emotionaler Roman über das Recht am eigenen Leben und die Autonomie der letzten Lebensjahre.

Die Singularität eines Menschheitsverbrechens.

Kurzrezension zu Saul Friedländers (Hg.) »Ein Verbrechen ohne Namen« aus dem C.H. Beck Verlag. Ein wichtiger und richtiger Sammelband zu einer aktuellen historischen Debatte.

Zwischen Scheitern und Verstehen.

Rezension zu Monchis »Niemals satt« »Jedes Wochenende Schnaps, Schnaps, Schnaps. Ich habe mir darüber lange keinen Kopf gemacht. Wochenende heißt Alkohol, Alkohol heißt saufen, saufen heißt Absturz. Ständiger Absturz macht nicht schlauer. Ständiger Absturz macht fett. Aber die Verknüpfung habe ich nicht hergestellt, und es wäre mir auch egal gewesen.…

Die Schieflage des Gleichgewichts.

Rezension zu Tatjana von der Beeks »Die Welt vor den Fenstern« »Ich schwor mir, dass ich nie wieder etwas glauben wollte, ohne Beweise dafür zu bekommen. Es gab schlicht nichts, was ich sehen, was ich anfassen konnte, oder nur spüren konnte, das bewies, dass die Welt der Geschichten eine andere…

Die Welt von Drachen und Königen, die Erzählung von Feuer und Blut.

Rezension zu George R.R. Martins »Feuer und Blut – Erstes Buch« »Die Maester der Zitadelle, die die Geschichte von Westeros bewahren, nutzen seit dreihundert Jahren Aegons Eroberung als Ausgangspunkt ihrer Zeitrechnung. Geburten, Todesfälle, Schlachten und sonstige Ereignisse werden entweder v.A.E. (vor Aegons Eroberung) oder n.A.E. (nach Aegons Eroberung) datiert.« (S.…

Durch Missbrauch zurück zur eigenen Kindheit.

Rezension zu Marieke Lucas Rijnevelds »Mein kleines Prachttier« »Ich blätterte endlos durch diesen Sommer und durch meine Erinnerungen, auf der Suche nach dem Punkt, an dem der Bruch in meinem Leben begann. Nach dem Moment, in dem die Todesliebhaber sich um mich versammelten, weil etwas in mir zu gären und…

Zwischen Diplomatie und Kriegsalltag.

Kurzrezension zu David Ben Gurions »Israel: Der Staatsgründer erinnert sich« »Ich wusste, was uns im Zweiten Weltkrieg widerfahren war. Die sechs Millionen europäischer Juden, von denen Weizmann von der Königlichen Kommission gesprochen hatte, die nach seinen Worten einen Judenstaat brauchten und ihn aufbauen wollten, gab es nicht mehr. Es gab…

Der lange Kampf der Gerechtigkeit.

Kurzrezension zu James Baldwins »Nach der Flut das Feuer« »Aber Gott – und das spürte ich sogar damals, vor so langer Zeit, widerwillig auf diesem fürchterlichen Boden – ist weiß. Wenn seine Liebe so groß war und er alle seine Kinder liebte, warum waren wir, die Schwarzen dann so tief…

Mutter, Sohn und der große Krieg.

Rezension zu Nell Leyshons »Der Wald« »Eines Tages wird das alles ein Ende haben. Und sie weiß auch, was als Nächstes passieren wird. Was nämlich nach einem Krieg immer passiert. Dieses Land wird darniederliegen, und dann werden sie wieder von vorn anfangen. Wieder aufbauen. Sie werden neue Fundamente legen, Wände…

Die vergessenen Stätten.

Kurzrezension zu Stephan Lehnstaedts »Der Kern des Holocaust« »Treblinka ist ein ruhiger Ort fernab jeglicher Verkehrs- und Touristenrouten, etwa 80 Kilometer nordöstlich von Warschau. In dichten Kiefernwäldern verrät nichts das grauenhafte Geschehen, das dort vor bald 75 Jahren stattfand: Am 22. Juli 1942 begannen die deutschen Besatzer mit der Deportation…

Das Untertauchen eines Verbrechers gegen die Menschlichkeit.

Rezension zu Oliver Guez »Das Verschwinden des Josef Mengele« »Mengele ist der Fürst der europäischen Finsternis. Der stolze Arzt hat Kinder seziert, gefoltert und verbrannt. Der Sohn aus gutem Hause hat fröhlich pfeifend vierhunderttausend Menschen in die Gaskammern geschickt. Lange hat er geglaubt, sich wieder aus der Affäre ziehen zu…

Abgebrochen.

Kurzrezension zu Imbolo Mbues »Wie schön wir waren« »Wir hätten es wissen müssen, dass das Ende nahte. Wie hätten wir es nicht wissen sollen? Als auf einmal Säure vom Himmel regnete und die Flüsse sich grün färbten, hätten wir es wissen müssen, dass unser Land bald tot sein würde.« (S.…

Die Entstehung einer Nation.

Rezension zu Tanja Maljartschuks »Blauwal der Erinnerung« »Wieso gerade er? Das ist die schwierigste Frage, auch für mich selbst. Wie bin ich darauf gekommen, über ihn zu schreiben? Was verbindet uns? Meine Antwort ist: nichts.« (S. 5) Ursprünge. Wie entstehen Staaten, wie entstehen Völker? Woraus speist sich ein Nationalismus, der…

Über Jüdisches in der Literatur.

Kurzrezension zu Barbara Honigmanns »Unverschämt jüdisch« »Einmal wurde ich nach einer Lesung, ich weiß noch genau, es war in Hannover, in der anschließenden Diskussion gefragt, ob ich mir vorstellen könne, das Jüdische auch einmal aus meinem Kopf herauszukriegen. Ich antwortete verlegen, verschämt, rechtfertigte mich, sülzte herum, und als ich es…

Der tiefste Punkt der eigenen Gedanken.

Rezension zu Jasmin Schreibers »Marianengraben« »Wir hatten keine Lösung und das beschreibt auch die Situation, in der ich damals nach deinem Tod war, sehr gut: Ich hatte keine Lösung. In mir breitete sich das Nichts aus, es hatte kein Gefühl, kein Aussehen, keinen Geruch, keinen Klang, keinen Geschmack. Ich war…

Die Unüberwindbarkeit eines Gefühls.

Kurzrezension zu Annie Ernaux »Die Scham« »Sicher bin ich mir allerdings, dass ich das blaue Kleid mit den weißen Punkten anhatte, weil ich in den folgenden beiden Sommern, in denen ich es weiter trug, jedes Mal, wenn ich es anzog, dachte: ‚Das ist das Kleid von jenem Tag.’« (S. 12-13)…

Beständigkeit und Zerstörung.

Rezension zu Erich Hackls »Entwurf einer Liebe auf den ersten Blick« »Als Herminia den Saal betrat, in dem die minder Verletzten untergebracht waren, erregte die Lage des besonders groß gewachsenen Patienten – Karl maß einssechsundachtzig oder gar einseinundneunzig – ihre Heiterkeit: Da die Krankenbetten (wie die meisten Betten in Spanien)…

Gesamtüberblick über das Unbegreifliche.

Rezension zu David Cesarains »Endlösung« »Das Schicksal der europäischen Juden zwischen 1933 und 1948 wurzelte im Antisemitismus, wurde aber vom Krieg geformt. Abneigungen gegen Juden und Judenhass waren vor 1914 in Europa verbreitet, doch der Erste Weltkrieg schuf Bedingungen, unter denen diese Feindseligkeit überhitzen konnte. Der Krieg hatte Hitler geprägt…

Zerrüttetet, zerbrochen, ein Leben, eine Familie.

Rezension zu Yasmina Rezas »Serge« »Ich weiß nicht, wie wir Geschwister es geschafft haben, diese ursprüngliche Komplizenschaft zu bewahren, wir waren uns nie besonders ähnlich oder besonders nah. Geschwisterbeziehungen zerfasern, leben sich auseinander, hängen nur noch am seidenen Faden von Sentimentalität oder Konvention.« (S. 23) Von der Idee. Jemand von…

Perspektivwechsel als Grundlage.

Rezension zu Shulamit Volkovs »Deutschland aus jüdischer Sicht« »Die Geschichte der in Deutschland lebenden Juden könnte sowohl als ein Kapitel der jüdischen Geschichte als auch als eines der deutschen Geschichte geschrieben werden. Diese zweite Möglichkeit wurde jedoch nur selten realisiert.« (S. 7) Definitionen. Was ist »deutsche Geschichte«, was ist »jüdische Geschichte« und lässt sich beides…

Der Zusammenstoß zweier Welten.

Rezension zu Kim Hye-Jins »Die Tochter« »Aber diese Leute sind nur Freunde und Kollegen auf Zeit. Menschen, die einem jederzeit den Rücken kehren können. Was ich in meiner Wohnung sehen möchte, ist eine Familie und keine Bekanntschaften, die von heute auf morgen verschwinden könnten. Eine Familie ist das Einzige, was meine Tochter beschützen kann. Wie…

Deutsche, Juden, Jeckes – Das Ankommen einer Familie im Heiligen Land.

Rezension zu Rafael Seligmanns »Hannah und Ludwig« »Im Gegenlicht der aufgehenden Sonne wurde am östlichen Horizont der kobaltblauen See ein zarter ockerfarbener Streifen sichtbar. Zion. Seit ich mich erinnern konnte, hatte ich wie alle Juden unserer Gemeinde das Gelobte Land gepriesen und um die Rückkehr unseres Volkes nach Israel gefleht. Niemand glaubte oder wolte, dass…

Das seltsamste Weihnachten seines Lebens.

Rezension zu Peter Stamms »Marcia aus Vermont« »’Ich habe keine Erinnerungen an meine Kindheit wie andere Leute‘, sagte Marcia im Interview, ‚manchmal denke ich, meine einzigen Erinnerungen sind jene, die ich um die Fotos meiner Kindheit herum erfunden habe. Vielleicht erschaffe ich mir meine eigene Vergangenheit. Ich misstraue meinen Erinnerungen, auch sie könnten Fiktion sein.«…

Im Kleinen betrachten, um im Großen zu verstehen.

Rezension zu Natan Sznaiders »Gesellschaften in Israel« »Fast siebzig Jahre nach der Staatsgründung, also fast siebzig Jahre nach dem Beginn der Ausübung jüdischer politischer Souveränität in Israel, ist diese Staatsgründung noch immer nicht vollzogen. Denn für einen Staat fehlen Israel ganz entscheidende Merkmale, andere sind uneindeutig. Noch gibt es keine endgültigen Grenzen. Das Land kämpft…

Eine Familie, die längst keine mehr ist.

Rezension zu Monika Helfers »Die Bagage« »Die Familie ist arm, gerade zwei Kühe, eine Ziege. Fünf Kinder. Der Mann, schwarzhaarig wie die Frau, lackglänzend seine Haare sogar, ein Schöner ist er, doppelt so schön wie die anderen.« Sie wohnen am Rand eines überschaubaren Dorfes. Als die Handlung des Buches beginnt, befindet sich Europa am Vorabend…

Was bleibt, wenn nichts mehr bleibt.

Rezension zu Yoko Ogawas »Insel der verlorenen Erinnerung« »Manchmal frage ich mich, was auf der Insel zuerst verschwand. „Lange bevor du auf die Welt kamst, gab es so vieles hier: durchsichtige und angenehm duftende Dinge, flirrende, schimmernde, wundersame Dinge, von denen du keine Vorstellung hast.“ Als ich ein Kind war, erzählte mir meine Mutter diese…

Wer wir sind ist wer wir waren ist wer wir sein werden.

Rezension zu Lena Goreliks »Wer wir sind« »Unsere Eltern sind jetzt wie wir, sind Kinder. Mit dem aus Zimmer 6 sprechen sie nicht, und die Frau aus Zimmer 4 gibt dem jungen Mann aus Zimmer 7 von der Hühnersuppe nichts ab, obwohl sie sonst alle alleinstehenden Männer mitfüttert. Dem, der eines Tages eine Knarre zieht.…

Der Kampf um die Straßen.

Rezension zu Szczepan Twardochs »Der Boxer« »Seine gelassene Selbstsicherheit ruhte auf sicheren Fundamenten: einer dicken, mit Gummiband zusammengehaltenen Rolle von fünftausend Zloty in der einen Innentasche seiner Jacke und einer zweiten von fünfhundert Dollar in der anderen; in der rechten Manteltasche ruhte die Pistole; in der linken Hosentasche hatte er zweihundert Zloty in kleinen Scheinen,…

Eine Erzählung, so düster wie die Nacht.

Rezension zu Marieke Lucas Rijnevelds »Was man sät« Verlust. Jas ist noch ein kleines Mädchen, vielleicht zehn bis zwölf Jahre alt, als ihr Bruder im Eis einbricht. Er sinkt nach unten, von wo die Oberfläche überall gleich aussieht. Das Wasser ist eisig kalt, der Weg hinaus versperrt. Er ertrinkt, taucht nicht wieder auf. Die Schuld…

Jeder Satz eine Melodie, jede Seite ein Konzert.

Rezension zu Igor Levits und Florian Zinneckers »Hauskonzert« »Bei Igor ist Musik nicht harmlos, kein neutraler Boden, er zwingt seine Zuhörer in eine Position: Zustimmung oder Ablehnung. Neutrales Zuhören ist kaum möglich.« Igor Levit – einer der international wie national bekanntesten Pianisten Deutschlands. Wer sich im Dunstkreis klassischer Musik bewegt, kommt an seinem Namen wohl…

Poetische Verwirrungen in Reinform.

Rezension zur Tanya Tagaqs »Eisfuchs« Es ist eine raue Kälte in der sie aufwächst, weit im Norden Kanadas. Sie kennt diese Gegend, die Anpassung an die unwirtlichen Umstände war ein Jahrhunderte langer Kampf ihrer Vorfahren. Selbst im kältesten Winter, selbst im höchsten Schnee kommen sie und ihr Dorf zurecht, finden einen Weg um zu überleben.…

Vielfalt als Chance, Kategorisierung als Hindernis.

Rezension zu Aminata Tourés »Wir können mehr sein« »Deswegen wird die Geschichte gern andersherum erzählt: Man pickt sich eine Person heraus, die eben nicht der Mehrheitsgesellschaft entspricht und sagt dann: „Guck, du bist doch das Beispiel dafür, dass es jede*r schaffen kann.“ Bullshit. Ich bin genau das Beispiel dafür, dass es eine Seltenheit ist. Ich…

Wenn eins mal eins gleich zwei ergibt.

Rezension zu Hervé Le Telliers »Die Anomalie« Dieses Werk ist mehr als ein Roman, ist mehr als ein Buch. Es ist ein Gedankenexperiment. Folgendes gilt sich vorzustellen: Man fliegt mit einem Flugzeug von Paris nach New York. Es ist März, auf beiden Seiten des Atlantiks verhältnismäßig warm für diese Jahreszeit. Es ist ein größtenteils ruhiger…

Die Biografie eines epochalen Lebens.

Rezension zu Stefan Zweigs »Die Welt von Gestern« »Ich habe meiner Person niemals so viel Wichtigkeit beigemessen, daß es mich verlockt hätte anderen die Geschichte meines Lebens zu erzählen. Viel mußte sich ereignen, unendlich viel mehr, als sonst einer einzelnen Generation an Geschehnissen, Katastrophen und Prüfungen zugeteilt ist, ehe ich den Mut fand, ein Buch…

Der Platz zwischen zwei Welten.

Rezension zu Annie Ernaux »Der Platz« Besonders Kinder aus finanziell schwachen Familien bekommen früh zu spüren: Armut ist Grund für Scham. Das jedenfalls wird Betroffenen immer und immer wieder deutlich vor Augen geführt. Einfache Fragen wie »Willst du mit ins Kino kommen?«, »Wollen wir noch etwas essen gehen?« oder »Wo verbringt ihr euren Urlaub?« werden…

Eine Lücke der Einsamkeit, die sich nicht verschließen lässt.

Rezension zu Pilar Quintanas »Hündin« Damaris fühlt sich einsam. Doch allein ist sie eigentlich nicht. Sie lebt mit ihrem Ehemann Rogelio in einer kleinen Hütte am Rand des Dschungels. Zwischen dieser unpassierbaren Welt aus noch nie gesehenen Pflanzen und unbekannten Tieren und den Tiefen des Pazifischen Ozeans befindet sich dieses kleine Häuschen. Rogelio ist die…

Gott als letzter Anker.

Rezension zu Alice Walkers »Die Farbe Lila« Ihre Hoffnung auf Besserung gab sie vor langer Zeit auf. Sie sucht kein Licht am Ende des Tunnels, sie findet sich zurecht in der Dunkelheit. Sie hörte auf um Besserung zu bitten, doch den einseitigen Kontakt zu Gott ließ sie nie abreißen. Sie ist eine Konstante der örtlichen…

Die Flügel gebrochen, die Krallen gestutzt.

Rezension zu Megan Hunters »Die Harpyie« »Ich fragte meine Mutter, was eine Harpyie sei; sie sagte, dass sie Männer für das bestrafen, was sie tun.« (S. 37) Lucy und Jake führen eine Ehe wie viele Paare ihres Alters. Er arbeitet, sie kümmert sich um Haus und Kinder. Beide studierten, doch Lucy gab ihre wissenschaftliche Arbeit…

Eine Kindheit zwischen Alkohol, Schlägen und Hoffnungslosigkeit.

Rezension zu Christian Barons »Ein Mann Seiner Klasse« Am Ende fand er seinen Frieden mit ihm. Verzeihen wird er ihm nie können, doch versteht er inzwischen, wieso er war, wie er eben war. Wieso er ein Säufer war, warum ein Schläger. Seine Hand saß häufig viel zu locker, er trank Bier wie Wasser. Flasche auf…

Auf den Wegen einer Mutter.

Rezension zu Zeruya Shalevs »Schmerz« Sie war auf dem Weg zur Arbeit, brachte vorher noch ihre Kinder zur Schule. Sie fährt und fährt auf den Straßen Jerusalems, diesem Schmelztiegel der Religiosität, dieser goldenen Stadt. Biegt nach links, danach nach rechts. Sie kennt den Weg. Auch wenn sonst ihr Mann die Kinder in die Schule bringt…

Die Geschichte dreier Leben.

Rezension zu Aharon Appelfelds »Geschichte eines Lebens« Wie beginnt man damit, seine eigene Biographie niederzuschreiben, wenn man doch mehr als ein Leben lebte? Wo beginnt man, wo hört man auf. Wie schreiben, wenn es keinen roten Faden gibt. Zerschnitten wurde er immer wieder. So wurden aus dem einen Leben die drei Leben Aharon Appelfelds. Jedes…

Wenn die letzten Melodien verstummen, das Orchester schweigt und Applaus ausbleibt…

Rezension zu Robert Seethalers »Der letzte Satz« Er war Künstler, genauer Komponist. Riesige Orchester spielten seine Melodien, nicht selten stand er als Dirigent an der Stirnseite des Ensembles. Er brachte Ruhe und Hektik, Sentimentalität und Ausgelassenheit, brachte Melodie um Melodie zu den Zuhörenden in den bis zum letzten Platz ausverkauften Sälen. Er liebte was er…

Lieblingsbücher Zwanzigeinundzwanzig.

2021 war ein gutes Jahr für Bücher. Neuerscheinungen reihten sich nacheinander auf, Lockdowns gaben die Zeit zum Lesen. Viele Bücher sind bei mir eingezogen, viele habe ich lesen können. Hier sind nun meine fünf Lieblinge. Platz Fünf: Zeruya Shalev. »Schicksal« Manche Geschehnisse, manche Aufeinandertreffen scheinen vorbestimmt zu sein. Atara verliert ihren Vater und begibt sich…

Aufwachsen zwischen rechtem Konsens und »No Future«.

Rezension zu Lukas Rietzschels »Mit der Faust in die Welt schlagen« »Mit der Faust in die Welt schlagen« ist die Geschichte zweier Brüder. Es ist eine Reise durch deren frühes Leben, deren Hoffnungslosigkeit in einer abgehängten Region im Osten Sachsens und gleichzeitig eine Suche nach Gründen für deren Abdriften in rechte, gewalttätige Kreise. Eines Tages…

Wo altes niederging konnte nichts neues entstehen.

Rezension zu Grit Lemkes »Kinder von Hoy« Hoyerswerda. Einst Perle des Ostens, brach Anfang der 1990er Jahre ebenso zusammen wie die Mauer zwischen Deutscher Demokratischer Republik und Bundesrepublik. War sie doch erbaut worden als Musterstadt eines neuen Sozialismus, als Stadt der Zukunft und des Wohlstandes durch Arbeit, ist sie heute Sinnbild für den Zerfall des…

Affären, Verluste und Spannung ohne Ende.

Rezension zu Dror Mishanis »Drei« Warnung: Diese Rezension ist gefüllt mit Spoilern, die teilweise essentielle Elemente der Erzählung vorwegnehmen. Wer das Buch noch nicht bis zum Ende gelesen hat, es aber noch plant, sollte diese Rezension also noch nicht lesen. Israel – Eine Oase am östlichen Rand des Mittelmeeres. Doch auch hier haben Menschen selbsterklärend…

Eine Familienbiografie mit enormer historischer Bedeutung.

Rezension zu Jay Howard Gellers »Die Scholems« Die Biografie der Familie Scholem ist eine Reise durch die deutsch-jüdische Geschichte ab der Mitte des neunzehnten Jahrhundert. Als Einwandernde kamen sie von Schlesien nach Berlin, eröffneten Druckereien und gelangten so über einen recht kurzen Zeitrahmen zu überschaubarem Wohlstand. Finanzielle Probleme gab es wenige, dafür aber ideologische Uneinigkeit.…

Worte die fehlen und Erinnerungen die bleiben.

Rezension zu Delphin De Vigans »Dankbarkeiten« Mischka verliert sie. Sie sucht und sucht, ohne Unterlass, ohne Pause. Anfänglich wusste sie noch wo sie sind. Stets wusste sie es, hatte sie doch immer zu jeder Gelegenheit das richtige zu Hand. Doch nun fehlen sie. Sie versucht sie durch neue zu ersetzen, was ihr allerdings kaum aufzufallen…

Jüdische Realitäten und goj’sche Wünsche.

Rezension zu Judith Coffeys und Vivien Laumanns »Gojnormativität« Der Begriff der »Gojnormativität« ist ein neuer, eine Zusammensetzung aus den Wörtern »Goj« und »Normativität«. »Goj« ist die jüdische Bezeichnung für Nichtjüdinnen:Nichtjuden. Der Begriff beschreibt den gesamtgesellschaftlichen Kontext, in welchem jüdisches Leben heute stattfindet. Gleichzeitig beschreibt er auch, welche Probleme die derzeitige Situation mit sich bringt: Die…

Krimi, Roman und irgendwas mit Dracula.

Rezension zu Dana Grigorceas »Die nicht sterben« Eine arme Stadt in Rumänien. Benannt wird sie als »B.«. Es ist der Wohnort ihrer Tante. Sie verbrachte früher viele Sommertage in diesem Ort, der während des Kommunismus mit stolz geschwellter Brust der Welt entgegen blickte. Doch der Kommunismus ist verdorrt, der Stolz ebenfalls, es verlieren sich nur…

Über feministische Kämpfe und das Entstehen politischer Bewegungen.

Rezension zu Ute Gerhards »Frauenbewegung und Feminismus« Ein historischer Abriss durch die Geschichte von Frauen*-Bewegungen und die herausragenden Rollen von einzelnen Frauen* für das Entstehen und für die Verbreitung der Ideen eben jener Bewegungen. Angefangen mit den Ideen der Französischen Revolution, die sich wie ein Lauffeuer über Europa und die Vereinigten Staaten von Amerika verbreiteten.…

Zwischen Bernstein und Antisemitismus.

Rezension zu Svenja Leibers »Kazimira« 1871. Das Deutsche Kaiserreich erblickte erst vor wenigen Momenten das Licht der Welt. Da, wo vorher unzählige Einzelstaaten einen bunten Teppich auf der Landkarte webten, steht nun ein großer Klotz stumm und regungslos. Doch an seinem äußersten Rand, ganz im Osten, in der Region Ostpreußen an den Stränden des Baltischen…

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